Schwimmende Windparks: Ein neues Projekt im Mittelmeer bis 2020

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In der Straße von Sizilien wird ein schwimmender Windpark entwickelt. Bauherr des ehrgeizigen Projekts ist das in Italien ansässige Unternehmen 7seas Med.

Ein schwimmender Windpark mit 25 schwimmenden 10-MW-Windrädern

Dieser schwimmende Windpark mit einer Leistung von 250 MW ist eine Premiere im Mittelmeerraum. Angesichts der 300 Meter Tiefe entschieden sich die Ingenieure, die Tetraspar-Technologie zu verwenden. Die Turbinen dieser schwimmenden Windkraftanlagen werden daher auf schwimmenden, halbtauchfähigen Fundamenten montiert.

7seas Med und seine Expertise im Bereich Windenergie

Laut den beim italienischen Ministerium für Infrastruktur und Verkehr eingereichten Planungsunterlagen plant das Unternehmen auch die Installation einer schwimmenden Umspannstation. Diese wird 37 Kilometer vor der Küste von Marsala liegen und den Hafen durch ein 41 Kilometer langes Exportkabel verbinden. Das Unternehmen plant außerdem, die sizilianischen Häfen Palermo und Augusta als Baugrundstücke für das Projekt zu requirieren. Der Hafen von Marsala soll hingegen langfristig zu einer Betriebs- und Wartungsbasis ausgebaut werden. Dies wird zu zahlreichen Arbeitsplätzen und einer großen Energieproduktion führen.

Sicherheit der schwimmenden Offshore-Windkraftanlagen in der Diskussion

Der Geschäftsführer von 7 seas Med Srl Pepe Carnevale sagte jedoch für das Medium Renewables Now, dass sich das Projekt noch in einem frühen Stadium befinde. Insbesondere fehlt eine Reihe von Sicherheitsschritten, darunter eine Bewertung der Umweltauswirkungen, die durch die Einrichtung einer solchen Struktur verursacht werden. Die Auswirkungen auf die marine Biodiversität sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gut dokumentiert.

Ein Projekt, das von einem dänischen Unternehmenskonglomerat unterstützt wird.

Das Projekt im Wert von 741 Millionen Euro wird von zwei dänischen Unternehmen unterstützt; Copenhagen Offshore Partners (COP) und Copenhagen Infrastructure Partners. Der Geschäftsführer von 7 seas Med Srl war jedoch laut Renewables Now nicht frei, die genaue Beteiligung dieser dänischen Unternehmen an dem Projekt mitzuteilen. Diese beteiligen sich an weiteren Offshore-Windkraftprogrammen, die von der Internationalen Energieagentur als Dreh- und Angelpunkt für den ökologischen Wandel angesehen werden. Diese Unternehmen sind unter anderem in den USA mit dem Projekt Vineyars Wind oder in Deutschland mit Veja Mate vertreten.

Auf dem Weg zur Demokratisierung schwimmender Windparks

Der Betrag für dieses Projekt ist auf einen Kostenunterschied zwischen den einzelnen Windkraftanlagen zurückzuführen. Die verlegten sind billiger, kommen aber im Gegensatz zu den schwimmenden nicht über eine Tiefe von 50 Metern hinaus. Im Laufe der Zeit wird sich dieser Unterschied verringern, wodurch die Offshore-Windenergie demokratisiert wird.

Eine innovative Windkraftanlage

Das Konzept der schwimmenden Turbinen beruht ebenfalls auf dänischer Technologie; Tetraspar, entwickelt von Henrik Stiesdal, dem Vater der Windkraftanlage seit 1978. Die Entwicklung dieser Methode ist laut der European Wind Energy Association wichtig für die Energiezukunft. Tatsächlich befinden sich bis zu 80% der europäischen Windressourcen in Gebieten mit einer Tiefe von mehr als 60 Metern. Auch auf hoher See ist der Ertrag der Parks größer. Die dänischen Energieunternehmen stehen daher im Mittelpunkt dieses neuen Projekts, das im Mittelmeer angesiedelt wird.

Erneuerbare Energie bleibt in Italien im Mittelpunkt der Debatte

Laut der italienischen Tageszeitung II Sole 24 Ore könnte der Projektleiter Luigi Severini 2023 mit dem Bau beginnen. Das Unternehmen 7 Seas Med hat jedoch noch immer keine Antwort vom italienischen Staat auf seinen Antrag auf eine Konzession für 30 Jahre erhalten. Tatsächlich hatte das Unternehmen vor der Coronavirus-Pandemie eine Baugenehmigung für 131 Quadratmeter staatliches Seegebiet im nordwestlichen Teil des Sizilianischen Kanals beantragt. Diese Fläche entspricht insgesamt 1,26 Millionen Quadratmetern Wasserfläche mit einem Wert von 84,4 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer (MwSt.) über den Zeitraum von 30 Jahren, so CEO Pepe Carnevale.

Eine verwirrende Vorgeschichte

Nun hat der sizilianische Rat im Jahr 2019 bereits einen Antrag auf den Bau von achtunddreißig Windkraftanlagen im Golf von Gela auf Sizilien gegenüber der Stadt Butera abgelehnt. Der Hauptgrund für diese Entscheidung war laut der Zeitung Econostrum die Sichtbarkeit des Windparks von der Küste aus. Dies ist bei diesem neuen Projekt nicht der Fall, das nach Tunesien gerichtet sein wird, um dem sizilianischen Land einen Horizont ohne visuelle und akustische Verschmutzung zu garantieren.

Das Warten auf eine Antwort des italienischen Staates

Die Zukunft des Projekts liegt also von nun an in den Händen des italienischen Staates, wie der Projektleiter Luigi Severini auf einer Pressekonferenz betonte: “Wir segeln jetzt durch das stürmische Meer der italienischen Bürokratie”.

Italien und Dänemark sind jedoch nicht die einzigen Länder, die auf diese erneuerbare Energie setzen. Frankreich hat bereits zwei Ausschreibungen im Jahr 2020 durchgeführt, um Offshore-Windparks mit jeweils 250 MW im Mittelmeer in den Regionen Okzitanien und Süd-Paca zu errichten.

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