Europas Solarindustrie soll 2023 ein Rekordwachstum verzeichnen

Die Solarindustrie in Europa wird 2023 voraussichtlich weiter wachsen, da sich die Nachhaltigkeit der Projekte trotz inflationsbedingt steigender Projektkosten verbessert.
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54 GW an neuen Anlagen sind somit laut dem Branchenverband SolarPower Europe zu erwarten. Trotz des erwarteten Anstiegs der aktualisierten Energiekosten wird sich der Anteil der Solarenergie am europäischen Energiemix voraussichtlich verdoppeln.

Der Anbruch des Sonnenzeitalters in Europa

Michael Schmela, Director Market Intelligence bei SolarPower Europe, erklärt:

“Vielleicht wird man sich in Europa an das Jahr 2022 als Beginn des Solarzeitalters erinnern.”

Er stellt fest, wie wichtig der Krieg in der Ukraine und die notwendigen Lückenfüller für russisches Gas sind. Er fügt hinzu, dass die Solarenergie alle drei Kästchen des Energietrilemmas ankreuzt: Nachhaltigkeit, Erschwinglichkeit und Versorgungssicherheit.

Bruno Brunetti, Global Head of Low Carbon Electricity Analysis bei S&P erklärt:

“Trotz der kurzfristigen Unsicherheit, die durch Inflation, Einkommensgrenzen und Marktreform geschaffen wurde, tragen die Beschleunigung der dezentralen Solarenergie und die Wiederaufnahme von Projekten dazu bei, das Wachstum der Solarindustrie in Europa zu unterstützen. Westeuropa wird somit weiterhin den Solarboom anführen. Der Solaranteil soll sich von derzeit 8% auf 20% im Jahr 2030 verdoppeln.”… “Solide Ziele für die Versorgung von Unternehmen mit erneuerbaren Energien unterstützen das Wachstum des Solarsektors sowohl über PPAs als auch über GOs.”

Brunetti zufolge sollten die GO in der EU bis 2023 einen Durchschnitt von 6 Euro/MWh erreichen. Darüber hinaus erhöhen die S&P-Analysten ihre Prognose für den Zubau von Solarenergie im Zeitraum 2022-2027 von 5 auf 6 GW/Jahr. Diese Ergänzungen werden somit zum Wachstum der Solarindustrie in Europa beitragen.

Die PPA-Preisplattform Pexapark zitierte am 20. Dezember einen 10-jährigen PPA-Index für europäische Solarenergie von 83,52 Euro/MWh. Dies entspricht einem Anstieg um 29% im Vergleich zu den vorherigen Niveaus.

Allerdings können sich die regionalen Preise stark unterscheiden und so das Wachstum der Solarindustrie in Europa beeinträchtigen. Der Pexapark-Index für Spanien war auf 52,54 Euro/MWh festgelegt, während der Index für Deutschland auf 92,86 Euro/MWh festgelegt war.

Inflationsbedingter Anstieg der Kosten für Solarprojekte

Laut S&P dürften die Preisanstiege bei Solarmodulen in dem Maße zurückgehen, in dem die Engpässe in der Lieferkette beseitigt werden und die Rohstoffkosten sinken. Beispielsweise fiel der Preis für polykristallines Silizium im vierten Quartal 2022 auf 35,48 USD/kg. Dies entspricht einem Rückgang von 8% im Vergleich zum dritten Quartal.

Ein weiteres Element beeinträchtigt das Wachstum der Solarindustrie in Europa. Die durchschnittlichen Investitionsausgaben für ein Solarprojekt steigen, insbesondere in Deutschland. Dieser Anstieg beträgt in den letzten beiden Jahren etwa 30 % und setzt den Durchschnitt auf 640.000 USD/MW fest. So machen allein die Photovoltaikmodule 45% der Kosten in Deutschland aus. Deutschland könnte jedoch seine Unterstützung für Solarenergieauktionen einstellen, und zwar laut S&P aus verschiedenen Gründen.

Darüber hinaus werden die Solar-LCOEs laut S&P 2023 wieder sinken und längerfristig zurückgehen. Die deutschen LCOEs werden voraussichtlich von 50 USD/MWh im Jahr 2022 auf 35 USD/MWh im Jahr 2023 sinken. Zum Vergleich: Die spanischen LCOEs werden voraussichtlich von etwa 40 USD/MWh im Jahr 2022 auf 20 USD/MWh im Jahr 2023 sinken.

Rückkehr der Solarenergie an die Spitze in Europa

Gleichzeitig wird die wachsende Abhängigkeit von China zu einem Problem für das Wachstum der Solarindustrie in Europa. Die Präsidentin der EK, Ursula Von Der Leyen, schlägt als Notlösung die Gründung eines Rohstoffclubs vor. Sie sieht zusätzliche Unterstützung vor, um dem US-Gesetz zur Senkung der Inflation (IRA) entgegenzuwirken. Diese hat nämlich ähnliche Ziele wie Repower Eu.

Lesen Sie auf energynews.pro: EIB-Finanzierung stärkt REPowerEU

 

Laut S&P sind die Stärkung der Netzinfrastruktur und der Fähigkeiten der Arbeitskräfte die wichtigsten Achsen über einen stabilen Rechtsrahmen hinaus. Außerdem befinden sich immer noch zwei Drittel der installierten Solarkapazität von 209 GW in der EU auf Dächern. Dieses Segment, das schneller wächst als Großprojekte, wird laut Schmela von wachsender Bedeutung sein.

Schmela von S&P ist ebenfalls der Ansicht, dass der Batteriesektor vor allem wegen der steigenden Stromrechnungen rentabel werden wird. S&P berechnet, dass der Batteriemarkt bis Ende 2022 eine Kapazität von 9,3 Gwh erreichen wird, mehr als das Dreifache von 2020. 1 Million europäische Haushalte wären dann mit Batterien ausgestattet. Schmela erklärt:

“Als manchmal vernachlässigte Technologie sind Batterien in den wichtigsten Märkten im Wesentlichen zu einer Standardkomponente von Solaranlagen für den Hausgebrauch geworden.”

 

Die verbindlichen Anforderungen an Solarpaneele, die die EU einführt, werden dazu beitragen, die Energiewende hin zur Photovoltaik zu beschleunigen. Brunetti von S&P sagt, dass es für 2023 dennoch eine große Unsicherheit gibt: die geplante Reform des EU-Gas- und Strommarktes. Diese zielt nämlich darauf ab, die Verbindung zwischen den Strom- und Gaspreisen aufzuheben. Eine Vielzahl von Modellen wird diskutiert, um zu definieren, wie das Solarwachstum in Europa aussehen soll. Es gibt jedoch keine klaren Richtlinien, wie oder ob man vom Grenzpreismodell abweichen sollte.

 

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