Die EU ist der größte Markt für russisches Rohöl

Die EU sucht nach den Sanktionen gegen Moskau nach neuen Partnern, um ihre Ölversorgung zu sichern. Während russisches Rohöl in China oder Indien beliebt ist, bleibt der europäische Markt trotz des Rückgangs der Importe wichtig.
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Die EU und das Vereinigte Königreich importieren nicht mehr so viel russisches Rohöl wie vor dem Krieg in der Ukraine. Die Importe fielen im August auf 1,7 Millionen Barrel pro Tag, verglichen mit 2,6 Millionen bpd im Januar. Laut IEA bleibt die EU jedoch der größte Markt für russisches Rohöl.

Tatsächlich sind die Sanktionen gegen Russland der Grund für den Rückgang der Importe. Das Vereinigte Königreich importiert kein russisches Rohöl mehr, und die EU wird die Einfuhr ab Dezember verbieten. So wendet sich die EU anderen Partnern zu. Die USA ersetzen fast die Hälfte der russischen Schiffsladungen, Norwegen ein Drittel.

Die EU wendet sich neuen Partnern zu

De facto könnten die USA zum wichtigsten Rohöllieferanten der EU werden und damit Russland überholen. Laut IEA lagen die Rohölimporte der USA in die EU im August nur um 40.000 bpd niedriger als die Russlands. Vor dem Krieg waren es 1,3 Millionen bpd. Auf der russischen Seite findet das Rohöl neben der EU auch in China, der Türkei und Indien Abnehmer.

Die EU muss ihre Bemühungen fortsetzen, russisches Rohöl vollständig zu ersetzen. Insgesamt muss sie 1,4 Millionen zusätzliche bpd ersetzen. Laut IEA könnten 300.000 bpd aus den USA und 400.000 bpd aus Kasachstan kommen. Darüber hinaus kann die EU auf Norwegen zählen. Das Feld von Johan Sverdrup soll im vierten Quartal mehr Rohöl produzieren. Außerdem ist das dort geförderte Rohöl dem aus dem russischen Ural sehr ähnlich.

Die IEA warnt Europa jedoch, dass dies nicht ausreichen wird. So ist es sinnvoll, sich im Nahen Osten oder in Lateinamerika umzusehen. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass russisches Rohöl weiterhin importiert werden kann. Tatsächlich schließen die Sanktionen einige eingeschlossene Raffinerien aus.

Eine Abhängigkeit von russischem Rohöl

Die Abhängigkeit von russischem Rohöl ist in den einzelnen EU-Ländern unterschiedlich stark ausgeprägt. So waren Deutschland, Polen und die Niederlande im vergangenen Jahr die größten Importeure von russischem Rohöl. Dennoch haben diese drei Nationen die Möglichkeit, Rohöl auf dem Seeweg zu importieren. Dies ist bei Binnenstaaten nicht der Fall. Dies betrifft vor allem die osteuropäischen Länder wie die Slowakei oder auch Ungarn. Diese Staaten haben nur wenige Alternativen.

Diese Abhängigkeit ist auch auf die Präsenz russischer Unternehmen wie Rosneft zurückzuführen. Diese Unternehmen kontrollieren de facto einige der größten Raffinerien des alten Kontinents. So stiegen die russischen Rohölströme nach Italien und in die Niederlande im Monatsvergleich an. In diesen Ländern besitzt Lukoil mehrere Raffinerien.

Um dem entgegenzuwirken, übernahm Deutschland die Kontrolle über die Raffinerie in Schwedt, die Rosneft gehörte. Die Raffinerie liefert etwa 90% des Bedarfs von Berlin. Parallel dazu hofft Italien, einen Käufer für die Übernahme der ISAB-Raffinerie in Sizilien zu finden. Diese befindet sich im Besitz von Lukoil und stellt 1/5 der Raffineriekapazität des Landes dar.

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